Landwirt kämpft gegen hohe Kosten für Trinkwasseranalysen. Die neue EU-Richtlinie zur Trinkwasserüberprüfung stellt insbesondere Betreiber eigener Brunnen vor immense Herausforderungen. Josef Eidenschink, ein Milchviehbauer aus dem Landkreis Straubing-Bogen, sieht seine Quelle als kostenintensive Falle, obwohl sie in einem Waldstück liegt und somit als risikofrei eingestuft werden sollte. Dennoch sind alle Parameter der Wasserversorgung regelmäßig zu untersuchen, was zu erheblichen finanziellen Belastungen führt.
Die Kosten für die Trinkwasseranalysen, die Eidenschink tragen muss, haben sich deutlich erhöht. Diese Entwicklung ist seit Inkrafttreten der neuen Regelungen zu beobachten, die zusätzliche Parameter zur Untersuchung vorschreiben. Der Landwirt muss nun statt früherer, geringerer Kosten 1200 Euro jährlich für die Überprüfung seines Wassers aufbringen. Trotz der klaren Beweise, dass keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln vorhanden sind, bleibt die Untersuchungspflicht bestehen.
Eidenschink stellt in Frage, warum es keine Null-Risiko-Variante für solche Fälle gibt, in denen die Quelle klar von landwirtschaftlich genutzten Flächen entfernt ist. „Die Vorschriften differenzieren nicht ausreichend nach dem tatsächlichen Risiko“, kritisiert er. Um auf die Missstände aufmerksam zu machen, hat er bereits eine Petition im Landtag eingereicht und versucht, mit verschiedenen politischen Vertretern in Kontakt zu treten. Doch die Rückmeldungen der Behörden sind ernüchternd: Ausnahmen für solche speziellen Fälle gibt es nicht.
Das Umweltministerium hat jedoch darauf hingewiesen, dass die örtlichen Gesundheitsämter in der Lage sind, den Umfang und die Häufigkeit der Untersuchungen an die spezifischen Gegebenheiten anzupassen, solange das Gesundheitsschutzniveau nicht gefährdet wird. In Eidenschinks Fall wurde die Frist für die Prüfung auf Pflanzenschutzmittel bereits von drei auf neun Jahre verlängert. Dies wird von den Behörden als Zeichen gewertet, dass die Möglichkeiten zur Anpassung der Vorschriften genutzt werden.
Die CSU-Landtagsabgeordnete Petra Högl betont die Notwendigkeit, dass Gesundheitsämter die bestehenden Spielräume konsequent ausnutzen. Sie plant, beim Gesundheitsministerium anzufragen, ob noch weitere Anpassungen möglich sind. Auch aus anderen Regionen gibt es ähnliche Rückmeldungen, was darauf hinweist, dass die Problematik nicht nur auf Eidenschinks Fall beschränkt ist.
Der CSU-Landtagsabgeordnete Josef Zellmeier fordert eine Überprüfung der Vorgaben von Bund und EU, um regionale Besonderheiten besser zu berücksichtigen. Das Problem erstreckt sich über einzelne landwirtschaftliche Betriebe hinaus und betrifft auch die Selbstversorgung kleinerer Gemeinden, die auf eigene Brunnen angewiesen sind.
Trotz aller Proteste und Bemühungen wird Eidenschink weiterhin an den hohen Kosten für die Trinkwasseranalyse festhalten müssen. Sein bitteres Fazit: „Ein Viertel der Einnahmen aus der Vermietung meines Hauses erhält jetzt das Labor.“ Diese Situation verdeutlicht die Dringlichkeit, die Vorschriften zu überarbeiten und an die tatsächlichen Gegebenheiten in der Landwirtschaft anzupassen.
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