Der Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata), ursprünglich aus Nordamerika, stellt eine erhebliche Bedrohung für die Kartoffelproduktion dar. Diese Schädlinge überwintern als Larven im Boden und entwickeln sich im Frühling zu Käfern, die sich vor allem von den Blättern junger Kartoffelpflanzen ernähren. Um die Schäden durch diese Schädlinge zu minimieren, hat das Forschungsinstitut Fibl innovative Lösungen entwickelt.
Mit den Geräten "Beetle Collector" und "Colorado Beetle Catcher" können sowohl Larven als auch adulte Kartoffelkäfer effizient vom Laub der Pflanzen abgeschüttelt werden. Diese Maschinen nutzen rotierende Wedel, um die Käfer mechanisch aus dem Laub zu befördern und sie auf eine darunter ausgelegte Plane zu schleudern. Ein entscheidender Vorteil dieser Methode ist die Möglichkeit, die Schädlinge direkt von den Pflanzen zu entfernen, bevor sie größeren Schaden anrichten können.
Die Effizienz dieser Geräte ist beeindruckend, allerdings gibt es einen Nachteil: Die mangelnde Selektivität. Neben Kartoffelkäfern werden auch andere Insekten, wie beispielsweise Marienkäfer, erfasst. Laut den aktuellen Daten des Fibl steigt der Anteil an Beifang mit zunehmendem Erfolg beim Absammeln des Kartoffelkäfers von 2 % auf bis zu 14 %. Dies bringt die Notwendigkeit mit sich, die Maschinen optimal einzustellen, um einen Kompromiss zwischen hoher Absammelrate und minimalem Beifanganteil zu finden.
Diese Technologien könnten eine Schlüsselrolle in der zukünftigen Schädlingsbekämpfung spielen, indem sie die Abhängigkeit von chemischen Pestiziden verringern und gleichzeitig eine effektivere Bekämpfung der Kartoffelkäfer ermöglichen. Landwirte sind eingeladen, innovative Ansätze auszuprobieren, um die Herausforderungen in der Kartoffelproduktion zu meistern. Das Fibl bietet dazu umfassende Informationen und Merkblätter zur optimalen Nutzung dieser neuen Geräte an.
Foto - www.schweizerbauer.ch