Die EuroTier 2026 wird vom 10. bis 13. November ein zentrales Thema zur Emissionsminderung in der Schweine- und Geflügelhaltung präsentieren. Die Bedeutung dieses Themas wächst stetig, da Landwirte zunehmend gefordert werden, die Tierhaltung umweltgerechter zu gestalten und gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Die DLG wird aktuelle Entwicklungen und innovative Ansätze vorstellen, um Tierwohl und Klimaschutz in der Praxis zu fördern.
Ein DLG-Spotlight zur Emissionsminderung wird praxisbewährte und in der Erprobung befindliche Maßnahmen präsentieren. Zudem werden Fachvorträge auf den Expert Stages Schwein und Geflügel das Thema vertiefen. Die Anforderungen an den Emissionsschutz in der Nutztierhaltung haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen, insbesondere in Bezug auf Ammoniak- und Treibhausgasemissionen. Die Landwirte müssen ihre Produktionsverfahren zunehmend an Umweltkriterien ausrichten, was technische Lösungen erfordert, die praxistauglich und wirtschaftlich sind.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen spielen eine zentrale Rolle. Mit der Novellierung der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) sind die Anforderungen an genehmigungspflichtige Tierhaltungsanlagen gestiegen. Betriebe sind verpflichtet, die Nährstoffausscheidungen ihrer Tiere zu dokumentieren und mit den festgelegten Grenzwerten zu vergleichen. Ein Ziel ist die Reduktion des Stickstoffgehalts in der Gülle um 20 % und eine Verringerung im Geflügeltrockenkot um 10 %. Diese Maßnahmen sollen zu einer signifikanten Senkung der Ammoniak-Emissionen führen.
Eine der effektivsten Strategien zur Emissionsminderung in der Schweinehaltung ist eine angepasste Fütterung. Durch eine bedarfsgerechte Versorgung mit Aminosäuren kann die Ausscheidung von Stickstoff reduziert werden, was die Ammoniakbildung im Stall verringert. Neben der Fütterung spielen auch stalltechnische Maßnahmen eine entscheidende Rolle. Moderne Stallkonzepte zielen darauf ab, den mikrobiellen Prozess der Ammoniakentstehung frühzeitig zu unterbrechen. Eine klare Trennung von Liege-, Aktivitäts- und Kotbereichen in den Buchten kann die Emissionen erheblich senken.
Zusätzliche technische Lösungen umfassen die Verbesserung der Gülleführung und -kühlung sowie die Trennung von Kot und Harn. Durch die frühzeitige Trennung kann die Ammoniakbildung signifikant reduziert werden, was durch Systeme wie Unterflurschieber-Entmistung und Harnrinnen ermöglicht wird. Die Kühlung der Gülle, beispielsweise durch den Einsatz von Kühlrohren, kann ebenfalls die mikrobiellen Prozesse zur Ammoniakbildung verlangsamen.
Auch in der Geflügelhaltung sind Maßnahmen zur Emissionsminderung von großer Bedeutung. Hier entstehen Ammoniakemissionen vor allem durch den mikrobiologischen Abbau im Kot. Ein optimiertes Einstreu- und Stallklimamanagement kann helfen, die Emissionen zu reduzieren. Die Zugabe eines pH-Wert senkenden Additivs zur Einstreu kann das mikrobielle Wachstum hemmen und Ammoniak chemisch binden.
Die Fütterung spielt auch hier eine wesentliche Rolle. Eine N-/P-reduzierte Fütterung wird als bewährte Technik angesehen, die eine Ammoniakminderung von etwa 10 % verspricht. Für größere Geflügelhaltungen sind Abluftreinigungsanlagen gesetzlich vorgeschrieben, die ähnlich wie in der Schweinehaltung eine Emissionsminderung von mindestens 70 % für Ammoniak und Staub erreichen müssen. Die EuroTier 2026 wird somit ein wichtiger Treffpunkt für die Diskussion über innovative Lösungen zur Emissionsreduktion und die Zukunft der Tierhaltung sein.
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