Eine aktuelle Untersuchung von ÖKO-TEST hat gezeigt, dass der Konsum von Knäckebrot nicht immer unbedenklich ist. In der Analyse wurden krebserregende Stoffe sowie Rückstände von Pestiziden in verschiedenen Knäckebrotprodukten festgestellt. Obwohl Knäckebrot oft als gesunde Snack-Option gilt, zeigt die Studie erhebliche Unterschiede in der Produktqualität auf.
ÖKO-TEST hat 21 Knäckebrote der Sorte Roggenvollkorn untersucht, darunter auch neun Bio-Produkte. Die getesteten Produkte wurden sorgfältig ausgewählt und enthielten keine zusätzlichen Zutaten wie Milch oder Joghurt. Die Preise variieren von 1,29 Euro bis 3,49 Euro pro 250 Gramm. Im Labor wurden verschiedene Schadstoffe wie Acrylamid, Pestizide, Glyphosat und Wachstumsregulatoren untersucht. Auch Schwermetalle und Mineralölrückstände wurden analysiert, wobei diese in der Regel nur in geringen Mengen vorkamen.
Produkte mit besten Bewertungen
In der Analyse erhielten ein konventionelles Produkt und vier Bio-Knäckebrote die Bestnote „sehr gut“. Diese Produkte wiesen nur eine sehr geringe Belastung auf und enthielten lediglich Spuren von Pestiziden sowie geringe Mengen an Acrylamid. Besonders positiv hervorzuheben ist das Naturata Vollkorn Knäckebrot mit Dinkel in Demeter-Qualität, das für 2,99 Euro verkauft wird.
Acrylamid in Knäckebrot
Acrylamid, ein Stoff, der beim starken Erhitzen von stärkehaltigen Lebensmitteln entsteht, wurde in mehreren getesteten Knäckebroten in erhöhten Mengen nachgewiesen. Bei zwölf der Produkte wurden die Acrylamidwerte als erhöht oder stark erhöht eingestuft. Fünf Knäckebrote erhielten die Bewertung „mangelhaft“ und zwei schnitten mit „ungenügend“ ab. Besonders negativ fiel das Kornmühle Roggenknäcke von Netto Marken-Discount auf, das hohe Acrylamidwerte sowie Rückstände von fünf Pestiziden enthielt.
Pestizidrückstände und gesundheitliche Bedenken
Einige Knäckebrote wiesen Rückstände von mehreren Pestiziden auf, teilweise bis zu sechs verschiedene Wirkstoffe. Diese Rückstände werden kritisch bewertet, auch wenn die Mengen im Einzelnen kein akutes Gesundheitsrisiko darstellen. Besonders besorgniserregend sind Stoffe wie Glyphosat, das mit Risiken für die Artenvielfalt in Verbindung gebracht wird, und Tebuconazol, welches möglicherweise die Fortpflanzung beeinträchtigen kann. Beim Jeden Tag Vollkornknäckebrot Roggen wurden Spuren von sechs Pestiziden festgestellt, darunter Glyphosat und ein Wirkverstärker, was zu einer Bewertung von „mangelhaft“ führte. In zwei Bio-Produkten wurden ebenfalls Rückstände gefunden, jedoch in geringeren Mengen. Ein Produkt fiel negativ auf, da ein in Bio-Lebensmitteln nicht zugelassenes Pestizid oberhalb eines festgelegten Orientierungswertes nachgewiesen wurde.
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