DBV: Deutsche Verbraucher bevorzugen regionale Bio-Herkunft
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DBV: Deutsche Verbraucher bevorzugen regionale Bio-Herkunft

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DBV: Deutsche Verbraucher bevorzugen regionale Bio-Herkunft

Source: AGRONEWS All news of the source

Eine repräsentative Marktforschungsstudie im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes (DBV) aus April 2026 dokumentiert eine deutliche Nachfrage nach Öko-Lebensmitteln aus heimischer Erzeugung. Laut Studie geben 14 Prozent der Befragten an, immer Bio zu kaufen, 24 Prozent meistens und 43 Prozent manchmal; zusammen landen damit rund 80 Prozent der Verbraucher regelmäßig mit Bio-Artikeln im Einkaufswagen. Diese breite Verankerung von Bio im Verbraucherverhalten spiegelt sich in ausgebauten Sortimenten im Lebensmittelhandel wider, zugleich verschiebt sich die Kaufentscheidung zunehmend in Richtung Herkunft und Regionalität.

Studie und Konsumentenpräferenzen

Die Untersuchung zeigt, dass Herkunft für Bio-Käufer ein zentrales Kriterium ist: Rund 74 Prozent bevorzugen demnach Bio-Produkte aus Deutschland gegenüber solchen aus dem Ausland, und wenn deutsche Bio-Angebote fehlen, greifen etwa 73 Prozent der Befragten lieber zu regionalen Alternativen als zu Importware. Diese Präferenz ist in kaufkräftigen Kundengruppen besonders ausgeprägt und beeinflusst die Sortimentsgestaltung und Lieferketten des Einzelhandels direkt. Für Händler bedeutet das: Sichtbare Herkunftskennzeichnung und verlässliche, regionale Verfügbarkeit sind entscheidende Differenzierungsfaktoren.

Bauernpräsident Joachim Rukwied bewertet die Ergebnisse als klare Marktchance für die heimische Landwirtschaft und fordert Handel und Politik zum Handeln auf. Nach Rukwied eröffnet die starke Konsumentenpräferenz für deutsche Bio-Produkte der heimischen Erzeugung gute Perspektiven, sofern Handel verlässlich in regionale Versorgung investiert und Erzeuger entsprechende Lieferbeziehungen ausbauen. Der DBV sieht darin eine Win-Win-Situation, in der Qualität, Transparenz und Lieferstabilität den Wettbewerbsvorteil sichern.

Marktentwicklung und Lieferketten

Aktuelle Auswertungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) für 2026 zeigen ein anhaltendes Umsatzwachstum im Bio-Segment, so stieg der Bio-Umsatz im 1. Quartal 2026 um rund 6 Prozent, gleichzeitig verzeichnen AMI-Daten eine Zunahme der Bio-Rohstoffimporte. Parallel dazu bleibt laut AMI die heimische Öko-Erzeugung in Teilen hinter dem Marktwachstum zurück; Flächen- und Betriebsentwicklungen zeigen bislang keine gleichgroße Dynamik wie der Absatz. Daraus ergibt sich ein Spannungsfeld: Nachfrage und Handel fordern mehr heimische Rohware, die momentane Angebotsstruktur deckt diese Nachfrage aber nicht vollständig ab.

Vor diesem Hintergrund benennen Branchenakteure konkrete Handlungsoptionen: Händler können durch langfristige Lieferverträge, regionale Beschaffungsprogramme und transparente Kennzeichnung das Angebot sichern, Erzeuger sollten Investitionen in Umstellung, Betriebsmittel und Vermarktung prüfen, und politische Instrumente könnten gezielte Anreize für die Ausweitung ökologischer Anbauflächen und Tierhaltung bieten. Technologiegestützte Rückverfolgbarkeitssysteme und digitale Lieferkettenmanagement-Tools werden als praktikable Maßnahmen für mehr Sichtbarkeit und Vertrauen genannt.

Der DBV fordert, dass Handel und Politik die klaffende Lücke zwischen Nachfrage nach heimischem Bio und dem verfügbaren deutschen Angebot schließen, indem sie verlässliche Marktstrukturen fördern und Umstellungshemmnisse abbauen. Diese Initiative richtet sich an Händler, Produzenten und politische Akteure mit dem Ziel, die deutsche Bio-Erzeugung für die erwartete Nachfrage 2026 zu stärken.

Foto - www.bauernverband.de

Topics: Bioprodukte, Ökologischer Landbau, Handel und Gastronomie

Agronews

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