Siliermanagement – wesentliche Stellschraube für Grasernte
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Siliermanagement – wesentliche Stellschraube für Grasernte

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Siliermanagement – wesentliche Stellschraube für Grasernte

Source: AGRONEWS All news of the source

Die Grasernte 2026 verlangt präzises Siliermanagement, damit Grassilagen hohen Futterwert und stabile Gäreigenschaften liefern. Grundlage sind leistungsfähige Bestände, der richtige Schnittzeitpunkt und eine saubere Erntekette, denn Schwächen bei Ernte, Zerkleinerung oder Verdichtung führen unmittelbar zu Nährstoffverlusten und erhöhtem Risiko für Fehlgärungen. Ziel ist, die Sauerstoffexposition zu minimieren und die Milchsäuregärung schnell zu ermöglichen, damit Silagen während der gesamten Fütterungsphase stabil bleiben.

Schnitt und Anwelken

Bei der Mahd beeinflusst die Schnitthöhe die Futterverschmutzung, den Wiederaustrieb und die Arbeits­einstellung der Maschinen; eine Stoppelhöhe von 7 cm ist für die meisten Dauergrünlandflächen empfehlenswert, nur sehr dichte, ebenmäßige Bestände dürfen auf rund 5 cm gefahren werden. Das Anwelken sollte so gesteuert werden, dass das Erntegut für Welksilage einen Trockenmassegehalt von 30–40 % erreicht; zu feuchtes Gut verliert Nährstoffe in Sickersaft, bei über 45 % TM wird die Verdichtung schwieriger und Nacherwärmungen wahrscheinlicher. Feldliegezeiten unter 24 Stunden reduzieren Bröckelverluste und Atmungsverluste, zugleich verringert Anwelken die Aktivität unerwünschter Gärungskeime.

Kürzere Schnittlängen verbessern Transportleistung und Verdichtbarkeit: Für normale Grasaufwüchse werden unter 4 cm empfohlen, bei rohfaserreichem oder stark angewelktem Material sind etwa 2 cm sinnvoll. Kurzhäckseln (1–3 cm) erhöht die Zellaufschlussrate, macht Zucker schneller verfügbar und fördert eine rasche Milchsäuregärung; Wettbewerbsbetriebe berichten konkret von besserer Verdichtbarkeit und geringeren Gärverlusten mit solchen Schnittlängen.

Verdichtung, Abdeckung und Technik

Eine hohe Lagerungsdichte reduziert Porenvolumen und beschleunigt den Sauerstoffabbau, wodurch die Sicherheit gegen Nacherwärmungen steigt. Walzfahrzeuge sollten ein hohes Eigengewicht haben; zusätzlich helfen Betongewichte, Anbaugeräte oder mit Wasser gefüllte Reifen. Ein Reifenluftdruck von mindestens 2 bar und nach Möglichkeit Einfachbereifung verbessern die Walzwirkung, während langsame Fahrgeschwindigkeiten von 3–4 km/h, mindestens dreimaliges Überfahren und Schichtstärken von maximal 20 cm (wünschenswert durchschnittlich 15 cm) die Verdichtung optimieren. Pro Walzfahrzeug sollten nicht mehr als 15–20 t Trockenmasse Gras pro Stunde verdichtet werden; sonst entsteht ein Engpass, und Erntewagen müssen gegebenenfalls warten, da unzureichende Verdichtung hohe Nährstoff- und Energieverluste verursacht.

Nach dem Nachwalzen ist eine sofortige, luftdichte Abdeckung entscheidend, idealerweise zweischichtig mit Unterzieh- und Silofolie sowie zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen wie Silogittern oder mit Kies gefüllten Querriegeln im Abstand von 6–8 m, um Windbewegungen zu unterbinden und Eindringen von Tieren zu vermeiden. Die Bildung einer Gärgashaube zeigt den Gärbeginn an und sollte nicht gestört werden; die Hauptgärphase dauert abhängig vom TM-Gehalt mindestens vier bis sechs Wochen.

Aktuelle Technik- und Managementtrends für 2026 fokussieren auf digitale Vernetzung der Erntekette, Echtzeit-Temperatur- und Gasüberwachung im Silo sowie automatisierte Dosierung von Siliermitteln. Präzisionssteuerung von Schnittzeitpunkt, Häcksellänge und Walzleistung reduziert Verluste messbar, und gezielte Siliermittelwahl lässt sich zunehmend über Daten aus Feldsensoren auf die jeweiligen Bestandsbedingungen anpassen. Betriebsleiter sollten die Abstimmung zwischen Ernteleistung und Verdichtungsleistung planen und die Silogeometrie so gestalten, dass ein wöchentlicher Futterabtrag von mindestens 2,50 m möglich ist, um Lagerdauer und Qualität im Fütterungszeitraum zu sichern.

Für Betriebe gilt: Investitionen in Abstimmung der Erntetechnik, in leistungsfähige Walzfahrzeuge und in digitale Überwachungstechnik zahlen sich 2026 durch geringere Verluste, stabilere Gärführung und nachhaltigere Futterqualität aus.

Foto - www.lwk-niedersachsen.de

Topics: Agronomie, Futtermittelindustrie, Landwirtschaft

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