In Brammer wurde der Förderbescheid für das Modell‑ und Demonstrationsvorhaben Klimafitte Böden durch Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg übergeben; anwesend waren Vertreterinnen und Vertreter der HAW Kiel, der Landwirtschaftskammer Schleswig‑Holstein und der GWS Nord. Das Vorhaben ist als Landesprojekt des Klimakompetenzzentrums verankert und startet mit einer Laufzeit von 3 Jahre, in denen Praxisversuche, Monitoring und Wissenstransfer kombiniert werden. Ziel ist die Erprobung und Verbreitung resilienter Anbauverfahren in Schleswig‑Holstein vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterereignisse.
Projektziele und Maßnahmen
Im Fokus stehen Maßnahmen, die die Bodenfunktion bei Starkregen und Trockenperioden verbessern; zentrale Techniken sind Direktsaat und stark reduzierte Bodenbearbeitung, ergänzt durch angepasste Fruchtfolgen und Zwischenfrüchte. Durch geringere Bodenstörung sollen Bodenerosion und Wasserabfluss reduziert, die Wasserspeicherkapazität erhöht und die organische Substanz stabilisiert werden. Parallel werden praxisnahe Indikatoren definiert, um Effekte auf Pufferung gegenüber Starkregen, Durchwurzelungstiefe und Feldwasserhaushalt messbar zu machen.
Die Projektpartner HAW Kiel, Landwirtschaftskammer Schleswig‑Holstein und GWS Nord setzen auf eine enge Verzahnung von Forschung, Beratung und Praxisdemonstration; beteiligte Betriebe decken alle Naturräume Schleswig‑Holsteins ab und reichen von etablierten Direktsaat‑Betrieben bis zu Höfen in der Umstellungsphase. Geplante Aktivitäten umfassen mehrjährige Feldversuche, standardisierte Bodenbeprobungen, Sensorik zur Feuchtemessung sowie Datenauswertungen zur Wirksamkeit verschiedener Bearbeitungsintensitäten.
Praxistransfer und erwartete Effekte
Die Landwirtschaftskammer übernimmt die Organisation landesweiter Feldtage mit technischem Schwerpunkt, um konkrete Maschinenlösungen, Aussaatstrategien und Praxisbeispiele direkt auf Demonstrationsflächen zu zeigen. Erwartete kurz- bis mittelfristige Effekte sind verringerte Erosionsverluste, stabilere Bestandsentwicklung in Trockenjahren und eine verbesserte Wassernutzung; langfristig sollen humusaufbauende Maßnahmen die Bodenstruktur und biodiversitätsfördernde Effekte stärken. Wissenschaftliche Begleitung durch die HAW Kiel sorgt für die Evaluation der Maßnahmeneffekte und die Aufbereitung messbarer Ergebnisse.
Zum Projektabschluss sind praxisorientierte Schulungs‑ und Lehrmaterialien zur Direktsaat und reduzierten Bodenbearbeitung vorgesehen, die als Handreichungen für Beratung, Ausbildung und Betriebsumsetzung dienen sollen. In den kommenden Monaten folgen die ersten Demonstrationssaaten, ein Zeitplan für Feldtage und ein Format für den landesweiten Erfahrungsaustausch zwischen Betrieben und Wissenschaftspartnern.
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