Frische, die man schmeckt
Am 7. Mai 2026 hat die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Betrieb Hof Soltau und Medienvertreterinnen und -vertretern die Erdbeersaison 2026 im Norden offiziell eröffnet, wobei Kammerpräsidentin Ute Volquardsen die Bedeutung vollreifer Ernte für den Geschmack betonte. Regional gekaufte Erdbeeren gewährleisten kurze Transportwege und unterstützen die Betriebe vor Ort, das macht sich direkt in Qualität und Frische bemerkbar.
Saisonstart und Anbau
Nach einem kalten Winter und einem lichtreichen Frühjahr entwickelten sich die Pflanzen in geschützten Systemen rasch, sodass die Ernte in Schleswig-Holstein wie erwartet Anfang Mai beginnt. Auf dem Hof Soltau stehen unterschiedliche frühe und spätere Sorten in Folientunneln, unter Regendächern und im Freiland, die gestaffelt reifen und so eine kontinuierliche Angebotsaufbereitung ermöglichen. Der Betrieb bewirtschaftet insgesamt 310 Hektar, davon sind rund 9 Hektar mit Erdbeeren bepflanzt; die Kulturflächen gliedern sich in 2 Hektar im verfrühten Folientunnel-Anbau, 1 Hektar unter Regendach und 6 Hektar im Freiland.
Die Pflanzen profitierten von ausreichenden Kältestunden während der vegetationsruhe, was den Blütenaustrieb im Frühjahr begünstigte und laut Betriebsführung eine gute Basis für hohe Fruchtqualität legt. Besonders in geschützten Anbausystemen sorgt Sonneneinstrahlung in Kombination mit Wärmespeicherung für eine beschleunigte Reife, wodurch Erzeuger gezielt auf Reifegrade und Erntefenster steuern können.
Markt, Preise und Vermarktung
Zu Saisonbeginn ist das Angebot noch begrenzt, weshalb die 500-Gramm-Schale aktuell bei etwa 6,00 bis 6,60 Euro liegt; mit zunehmenden Erntemengen und dem Übergang in die Freilandsaison sind – abhängig vom weiteren Witterungsverlauf – tendenziell sinkende Preise zu erwarten. Viele Betriebe setzen auf Direktvermarktung über Hofläden, Verkaufsstände und Selbstpflückangebote, weil kurze Wege und tägliche Erntezeiten den Geschmack bewahren und die Logistikkosten reduzieren.
Rund 50 Selbstpflückfelder in Schleswig-Holstein ermöglichen Verbraucherinnen und Verbrauchern direkten Zugang zur Ernte und helfen, Lagerzeiten zu vermeiden, was die Empfindlichkeit der Früchte und damit Qualität und Warenverluste reduziert. Die Kombination aus Handernte in den frühen Morgenstunden und schneller Vermarktung ist ein direkter Faktor für Aroma und Haltbarkeit.
Betriebswirtschaftliche Impulse und Ausblick
Steigende Energie-, Arbeits- und Betriebsmittelkosten zwingen Betriebe, Produktionssysteme zu prüfen und stärker auf effiziente Verfahren sowie kurze Vermarktungswege zu setzen; mechanische Innovationen und präzisere Kulturführung sind dabei mögliche Hebel zur Kostensenkung. Die weitere Saisonverlauf hängt entscheidend vom Wetter ab: Sonnige, gemäßigt warme Wochen fördern die Erntemengen und Qualität, scharfe Kälteeinbrüche oder anhaltender Regen können Erntefenster verschieben.
Wer jetzt heimische Erdbeeren kaufen möchte, findet eine Übersicht regionaler Anbieter auf der Website der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und über die Plattform „Gutes vom Hof“, die Direktanbieter und Hofläden listet. Ute Volquardsen unterstreicht: Wer regional kauft, unterstützt lokale Erzeugerstrukturen und erhält die Frische, die man wirklich schmeckt.
Foto - www.lksh.de