René Rempt rät: Kältedelle – Unterstützung für Bestände jetzt nötig
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René Rempt rät: Kältedelle – Unterstützung für Bestände jetzt nötig

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René Rempt rät: Kältedelle – Unterstützung für Bestände jetzt nötig

Fonte: AGRONEWS Tutte le notizie della fonte

Die aktuellen Wetterbedingungen im April bringen häufige Temperaturschwankungen mit sich, die als „Kältedelle“ bezeichnet werden. Tagsüber steigen die Temperaturen auf etwa 20 Grad Celsius, während sie nachts oft in den Gefrierpunkt zurückfallen. Diese extremen Bedingungen setzen die Pflanzen unter Stress, insbesondere die Wurzeln, die Schwierigkeiten haben, essentielle Nährstoffe aufzunehmen. In diesem 10- bis 14-tägigen Zeitraum können Landwirte aktiv gegensteuern.

Der Stress bei den Pflanzen entsteht durch mehrere Faktoren. Zunächst ist die Wurzel kalt, während die Blätter sich bei Sonnenlicht aufheizen. Bei Bodentemperaturen unter 10 bis 12 Grad Celsius wird die Phosphoraufnahme stark gehemmt, was bedeutet, dass die Wurzeln nicht in neue Bodenbereiche wachsen können. Obwohl Phosphor im Boden vorhanden ist, können die Wurzeln aus physiologischen Gründen nicht darauf zugreifen, was die Pflanzenversorgung einschränkt.

Ein weiterer Aspekt des Pflanzenstresses ist der oxidative Stress, der auftritt, wenn kalte Nächte gefolgt von sonnigen Tagen die Photosynthese abrupt ankurbeln. Diese plötzliche Aktivität verursacht die Produktion aggressiver Nebenprodukte, die als Sauerstoffradikale bekannt sind. Die Pflanze benötigt spezielle Schutzenzyme, um diese Radikale abzubauen, die jedoch auf Mikronährstoffe wie Mangan, Kupfer und Zink angewiesen sind. Fehlen diese, kann die Morgensonne schädlich für die Pflanze sein.

Darüber hinaus wird der Stickstoffstoffwechsel beeinträchtigt. Die Nitrataufnahme erfordert ATP, welches durch die Wurzelatmung erzeugt wird. In kaltem, nassem Boden ist der Sauerstoffgehalt jedoch niedrig, was die Wurzelatmung einschränkt und die Nitrataufnahme behindert. Gelbliche Bestände trotz ausreichender Stickstoffdüngung sind oft auf einen Sauerstoffmangel oder andere Mikronährstoffdefizite zurückzuführen. Eine gründliche Diagnose ist daher unerlässlich, bevor man blind Nitrat nachdüngt.

Bodenarten spielen eine entscheidende Rolle in dieser Situation. Leichte Sandböden erwärmen sich zwar schneller, können jedoch Nährstoffe schlecht speichern. Dies führt häufig zu Bor- und Zinkmängeln, da die Versorgung in diesen Böden oft unzureichend ist. Bei Mangan ist nicht nur die Bodenart, sondern auch der pH-Wert und die Durchlüftung entscheidend. Auf kalkhaltigen, gut durchlüfteten Böden wird Mangan oft oxidiert und dadurch weniger verfügbar.

Im aktuellen Zustand befinden sich Wintergetreide wie Weizen und Gerste im Übergang vom Schossen zum Ein- bis Zweiknotenschub. Mangan ist hier besonders wichtig, da Getreide zu den empfindlichsten Kulturen hinsichtlich dieses Mikronährstoffs gehört. Nach frostigen Nächten zeigen sich oft typische Aufhellungen, die auf einen Mangel hinweisen können. Bei Zuckerrüben im Jugendstadium ist die Borversorgung ebenfalls entscheidend, insbesondere auf sandigen Böden, wo Bor über den Winter teilweise ausgewaschen wurde.

Mais, der zu früh gelegt wurde, zeigt oft Zinkmangel, der sich in weißen Blattstreifen und verkürzten Internodien äußert. Phosphor kann in diesen frühen Wachstumsstadien als Starterdünger eingesetzt werden, um das Wurzelwachstum anzuregen. Hierbei reichen bereits 0,5 bis 2 Kilogramm P₂O₅ als Flüssigphosphat, um einen signifikanten Effekt zu erzielen. Eine Blattdüngung sollte jedoch nie als Ersatz für eine umfassende Grundversorgung betrachtet werden. Bei chronischen Mängeln ist eine langfristige Bodendüngung notwendig.

Um die negativen Auswirkungen der Kältedelle zu mildern, ist es wichtig, nicht auf frisch angefrorene Bestände zu fahren. Wartet man, bis die Temperaturen tagsüber 8 bis 10 Grad Celsius erreichen und die Pflanzen wieder aufrecht stehen, können die Anwendungen effektiver durchgeführt werden. Nur so lässt sich eine gezielte und wirtschaftliche Blattdüngung realisieren, die die Pflanzen in dieser kritischen Phase unterstützt.

Foto - www.agrarzeitung.de

Temi: Agronomie, Präzisionslandwirtschaft, Landwirtschaft

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