Kostenexplosion im Obst- und Gemüsebau: Höfe am Limit
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Kostenexplosion im Obst- und Gemüsebau: Höfe am Limit

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Kostenexplosion im Obst- und Gemüsebau: Höfe am Limit

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Die Erzeugerkosten im Obst- und Gemüsebau in Schleswig-Holstein sind im Jahr 2026 um etwa 10 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und könnten je nach globaler politischer Lage weiter ansteigen. Diese steigenden Kosten können nicht in vollem Umfang an den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) weitergegeben werden, was die wirtschaftliche Situation der landwirtschaftlichen Betriebe stark belastet.

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Schleswig-Holstein stehen unter erheblichem wirtschaftlichen Druck. Die Erzeugung lokaler Produkte wie Erdbeeren, Spargel und Gemüse ist nur unter stabilen Rahmenbedingungen möglich. Der Bauernverband weist darauf hin, dass Saisonarbeiter eine essentielle Rolle in diesem Prozess spielen. Jährlich sind in Schleswig-Holstein etwa 11.000 Saisonarbeitskräfte im Einsatz, wobei bis zu 80 % der Arbeiten manuell erledigt werden. In der Hochsaison benötigen typische Spargel- oder Erdbeerbetriebe bis zu 150 Arbeitskräfte gleichzeitig. Fällt dieses Personal aus oder wird es unbezahlbar, bleibt die Ernte stehen, was direkte Auswirkungen auf Angebot, Preise und Importabhängigkeit hat.

Ein anhaltender Anstieg des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 € pro Stunde sowie zusätzliche Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung von rund 20 % erfordern von den Betrieben eine immense finanzielle Belastung. Darüber hinaus müssen auch Unterkunftskosten sowie Ausgaben für Organisation, Transport und Verwaltung berücksichtigt werden. Die Kosten für Betriebsmittel wie Dünger und Kraftstoff sind hierbei noch nicht einberechnet.

Außerdem wird der Druck durch Importwaren von außen als erheblicher Belastungsfaktor wahrgenommen. Der Bauernverband aus Rendsburg berichtet von einem Rückgang der Anbauflächen für Erdbeeren in Norddeutschland um bis zu 15 %, was auf die Abwanderung von Betrieben zurückzuführen ist. Die hohe Kostenbelastung wird für viele Betriebe zur Existenzfrage.

Um die regionale Erzeugung zu sichern, fordert der Bauernverband Schleswig-Holstein zusammen mit dem Arbeitgeberverband der Land- und Forstwirtschaft einen Abschlag vom Mindestlohn für Saisonbeschäftigte in der Landwirtschaft. Die Landwirte möchten sich zu einer fairen Entlohnung bekennen, wobei auch Qualifikation und Wirtschaftlichkeit eine Rolle spielen sollen. Bastian Soltau, ein Landwirt aus Barsbüttel und Mitglied des Fachausschusses für Obst, Gemüse und Direktvermarktung beim Bauernverband Schleswig-Holstein, betont: „Die Erzeugerkosten liegen deutlich über den Vorjahreswerten und steigen weiter. Diese Kosten können wir nicht einfach an den Einzelhandel weitergeben. Die Betriebe profitieren nicht von den Preissteigerungen, die die Verbraucher erleben.“

Foto - www.topagrar.com

Sujets: Agrarpolitik, Aquakultur, Alkoholindustrie

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