Angler stehen vor signifikanten Veränderungen, die sowohl ihre Ausrüstung als auch ihren Geldbeutel betreffen. Der REACH-Ausschuss der Europäischen Union hat Verkaufsbeschränkungen für bleihaltige Angelprodukte beschlossen, was einen Wendepunkt in der Angelfischerei darstellt. Händler werden nach und nach klassische Bleigewichte und -köder aus dem Sortiment nehmen, um umweltfreundlichere Alternativen zu fördern. Diese neuen Produkte, wie beispielsweise Wolfram, sind jedoch deutlich teurer, wodurch Angler künftig höhere Kosten einkalkulieren müssen.
Die Regelung konzentriert sich auf den Verkauf von Bleiprodukten, während ein generelles Nutzungsverbot für Freizeitangler vorerst nicht verhängt wird. Angler dürfen ihre bestehenden Bestände weiterhin nutzen. Händler sind jedoch verpflichtet, den Verkauf neuer bleihaltiger Produkte schrittweise einzustellen. Nach sechs Monaten wird der Verkauf von Drop-In-Bleien und Bleidraht beendet. Nach drei Jahren ist der Handel mit Angelbleien und Ködern bis 50 Gramm untersagt, und nach fünf Jahren folgt ein Verkaufsstopp für schwerere Gewichte zwischen 50 Gramm und 1 Kilogramm. Diese Maßnahmen gelten nicht für Produkte mit einem Bleigehalt von unter 1 Prozent.
Zusätzlich dürfen Hersteller Köder aus Kupferlegierungen mit weniger als 3 Prozent Blei sowie Mikro-Schrotbleie unter 0,06 Gramm weiterhin anbieten, vorausgesetzt, sie verwenden kindersichere Verpackungen. Während der Übergangsphase müssen Händler bleihaltige Produkte klar kennzeichnen, um auf die Umweltgefahren und gesundheitlichen Risiken hinzuweisen. Die genaue Gestaltung dieser Etiketten wird von den zuständigen Behörden noch festgelegt.
Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Umwelt zu schützen. Schätzungen zufolge gelangen jährlich etwa 4.800 Tonnen Blei aus Angelgeräten in die Natur, was erhebliche Schäden an der Tierwelt provoziert, insbesondere bei Vögeln, die die Gewichte aufnehmen. Trotz dieser Herausforderungen fordert der Deutsche Angelfischerverband praktikable und erschwingliche Lösungen, um die Angler nicht übermäßig zu belasten.
Die European Fishing Tackle Trade Association (EFTTA) zeigt sich geteilter Meinung: Während sie die Planungssicherheit der Regelung schätzt, kritisiert sie das Fehlen eines umfassenden Nutzungsverbots. Zudem befürchtet die EFTTA, dass ein illegitimer Markt entsteht, wenn Angler versuchen, bleihaltige Produkte außerhalb der EU zu beziehen. Diese Entwicklungen könnten die Angelfischerei nachhaltig beeinflussen und die Branche vor neue Herausforderungen stellen.
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