Kohlenstoffinventur in niedersächsischen Wäldern gestartet
close_up

This site uses cookies. Learn more about the purposes of using cookies and changing the cookie settings in your browser Using this site, you agree to use cookies in accordance with the current browser settings Learn more about cookies

Kohlenstoffinventur in niedersächsischen Wäldern gestartet

Kohlenstoffinventur in niedersächsischen Wäldern gestartet

Source: AGRONEWS All news of the source

In Niedersachsen haben im Jahr 2026 umfangreiche Feldarbeiten für die Kohlenstoffinventur 2027 (CI27) begonnen, die rund eineinhalb Jahre andauern sollen. Mehrere Messtrupps erfassen dabei an etwa 4.000 Stichprobenpunkten Daten aus unterschiedlichen Waldtypen, um die Frage nach der aktuellen Kohlenstoffbindung in den Wäldern belastbar zu beantworten. Ziel ist es, Veränderungen der Kohlenstoffvorräte in der lebenden Biomasse und im Totholz zu quantifizieren und die Daten für nationales Treibhausgas-Monitoring und EU-Meldepflichten bereitzustellen. Die flächendeckenden Messungen sollen Grundlagen für Forschung, Waldbewirtschaftung und politische Entscheidungen liefern.

Messungen und Methoden

Die Messtrupps erfassen standardisiert Baumart, Anzahl der Bäume je Stichprobe, Stammumfang/ Durchmesser sowie Höhenangaben, ergänzt durch Angaben zur Verjüngung und zu Totholzstrukturen. Stichprobenartige Erhebungen zu Baumpilzen und Baumhöhlen liefern zusätzliche Informationen zur Strukturqualität und zum Totholzbestand, die für die Kohlenstoffbilanz wichtig sind. Feldteams arbeiten mit etablierten Vermessungsprotokollen und digitaler Datenerfassung, um Konsistenz und Nachvollziehbarkeit der Messwerte sicherzustellen. Ferner kommen georeferenzierte Probenahmen und Sensorik zum Einsatz, um räumliche Auswertungen und Modellierungen zu ermöglichen.

Die Ergebnisse dieser Erhebungen sollen als Grundlage für das Treibhausgas-Monitoring dienen und zudem Daten liefern, die für die Berichterstattung nach der EU-Wiederherstellungsverordnung relevant sind. Die Auswertung erfolgt in enger Abstimmung mit bundesweiten Partnern; die Bund-Länder-Kooperation sichert Vergleichbarkeit und Integration der Daten in nationale Inventarsysteme. Die Veröffentlichung der zusammengeführten Ergebnisse ist für das Frühjahr 2029 vorgesehen, damit Auswertungen und Modellrechnungen auf einer belastbaren Datengrundlage beruhen.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt beauftragt und dort ein neues Kompetenzzentrum für Waldinventur angesiedelt; NW-FVA übernimmt die praktische Durchführung vor Ort sowie die Koordination mit Beteiligten. Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte betont die Bedeutung verlässlicher Messreihen für das Klimamonitoring und die forstliche Praxis, da extreme Wetterereignisse und Schadflächen die Verteilung und Höhe der Kohlenstoffvorräte im Wald beeinflussen können.

Dr. Ralf-Volker Nagel, Leiter der NW-FVA, erklärt, dass die Institution von der Datenerhebung im Bestand bis zur angewandten Klimafolgenforschung eng verzahnte Leistungen anbieten werde, um Waldbesitzende, Forstbetriebe und Verwaltung zu unterstützen. Die NW-FVA ist als gemeinsame Einrichtung mehrerer Länder auf großflächiges Waldmonitoring spezialisiert und bringt personelle sowie methodische Kapazitäten ein, um die Erhebungen effizient durchzuführen.

Kurzfristig werden die Felddaten digital aufbereitet und qualitätsgesichert, mittelfristig sollen sie in Forschungsprojekten und Managementinstrumente einfließen, um Anpassungsmaßnahmen und Wiederherstellungsstrategien zu untermauern. Die anstehenden Auswertungen liefern zudem konkrete Indikatoren für die Entwicklung von Kohlenstoffvorräten in unterschiedlichen Waldtypen und damit handhabbare Grundlagen für Politik und Praxis.

Foto - www.ml.niedersachsen.de

Topics: Agrarpolitik, Forschung und Entwicklung, Ökologie

Agronews

Related news

Forgot your password?

Contact the editor