Tierwohl und Klimaschutz: Aktuelle Erkenntnisse für Milchviehhalter
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Tierwohl und Klimaschutz: Aktuelle Erkenntnisse für Milchviehhalter

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Tierwohl und Klimaschutz: Aktuelle Erkenntnisse für Milchviehhalter

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Tierwohl und Klima: Was Milchviehhalter jetzt wissen müssen
Aktuelle Ergebnisse aus der Praxis und Forschung verdeutlichen die Herausforderungen und Chancen für eine nachhaltige Tierhaltung in der Milchproduktion. Bei der diesjährigen Tagung des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) wurden wesentliche Erkenntnisse präsentiert, die Milchviehhaltern helfen sollen, ihre Praktiken im Einklang mit den Klimazielen zu verbessern.

Die Landwirtschaft trägt etwa 8 % zu den deutschen Treibhausgasemissionen bei und steht zugleich vor der Herausforderung, die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu bewältigen. Dr. Steffen Beerbaum vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) betonte, dass die Zielsetzung darin besteht, die Tierhaltung in Deutschland nachhaltig zu transformieren. Dies erfordert ein Umdenken in der Nutztierhaltung, um den Klimaschutz zu fördern und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig zu bleiben.

Prof. Harald Grethe von der Humboldt-Universität zu Berlin erläuterte, dass rund 103 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente aus der Landwirtschaft stammen, wobei ein erheblicher Teil von entwässerten Mooren und der Tierhaltung ausgeht. Er stellte verschiedene Ansätze vor, um die Nutztierhaltung klimafreundlicher zu gestalten, darunter das Wiedervernässen von Mooren und innovative technische Lösungen zur Minderung von Treibhausgasemissionen. Zudem sollten Verbraucher über den Konsum tierischer Produkte informiert werden, um eine faktenbasierte Diskussion und Unterstützung zu fördern.

Ein zentraler Punkt in der Diskussion ist die Akzeptanz von Tierwohl in der Gesellschaft. Dr. Sebastian Hartstang von der Tierärztlichen Hochschule Hannover präsentierte Studien, die einen Wandel in der Mensch-Tier-Beziehung dokumentieren. Die Gesellschaft fordert zunehmend mehr Tierwohl, was jedoch nicht zwangsläufig mit einer Reduktion der Emissionen einhergeht. Dr. Deise Aline Knob von der Justus-Liebig-Universität Gießen stellte das Projekt „Green Dairy“ vor, bei dem verschiedene Fütterungssysteme in der Milchviehhaltung getestet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass ein High-Input-System zwar höhere Milchleistungen erzielt, jedoch auch eine höhere Emissionsintensität pro Kilogramm Milch aufweist. Im Gegensatz dazu konnte das Low-Input-System insgesamt eine niedrigere Emissionsintensität erreichen, was auf die Bedeutung einer langfristigen Betrachtung der Tierwohlstandards hinweist.

Die Klimabilanzierung in der Milchviehhaltung wird als entscheidender Hebel zur Emissionsreduktion betrachtet. Dr. Monika Zehetmeier von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft forderte eine einheitliche Methode zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks, um die Emissionen vergleichbar zu machen. Die Schaffung von realistischen, standortangepassten Bewertungen wird als Grundlage für effektive Klimaschutzmaßnahmen angesehen.

Landwirtin Annika Lüschen-Strudthoff, die bereits seit 2016 eine Klimabilanz für ihren Betrieb erstellt, präsentierte Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen. Ihr Betrieb in Niedersachsen bewirtschaftet 117 Hektar und hält 135 Milchkühe, die eine durchschnittliche Leistung von 12.916 kg Milch erreichen. Zu den umgesetzten Maßnahmen gehören unter anderem die Installation von LED-Beleuchtung und einer Photovoltaikanlage.

Die Neufassung der Industrie-Emissionsrichtlinie (IED) sorgt unter Schweine- und Geflügelhaltern für Besorgnis. Ewald Grimm vom KTBL erklärte, dass künftig deutlich kleinere Betriebe unter die Richtlinie fallen werden, was die Anforderungen an die Emissionen erhöhen wird. Während die Umsetzung schrittweise ab 2030 erfolgen soll, stehen die konkreten Anforderungen noch aus.

Jürgen Schmidt, ein Schweinehalter aus Wetzhausen, teilte seine Erfahrungen mit der Umstellung auf ein geschlossenes System und die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Sein Betrieb hat in die Tierhaltung investiert, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden und die Qualität zu verbessern. Die Vermarktung über Programme, die auf Tierwohl setzen, zeigt, dass es möglich ist, wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Die Bedeutung von klaren Labels und der Unterstützung durch die Politik wird von Prof. Achim Spiller von der Georg-August-Universität Göttingen hervorgehoben. Er betont, dass Verbraucher oft nicht ausreichend über die verschiedenen Tierwohl-Labels informiert sind. Um eine nachhaltige Tierhaltung zu fördern, sind regionale Wertschöpfungsketten von großer Bedeutung. Matthias Weller von der Dachmarke Rhön e. V. stellte das Konzept einer Regionalmarke vor, die eine gemeinsame Vermarktung von Produkten aus dem Biosphärenreservat Rhön ermöglicht. Diese Art der Vermarktung bietet den Betrieben Planungssicherheit und stärkt das Image.

Um eine nachhaltige Tierhaltung zu erreichen, müssen alle Akteure zusammenarbeiten. Die Herausforderungen sind groß, aber mit Innovationskraft und einem klaren Fokus auf Tierwohl und Klimaschutz können Milchviehhalter einen wichtigen Beitrag leisten.

Foto - www.wochenblatt-dlv.de

Темы: Agrarpolitik, Aquakultur, Antibiotika

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